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Verfallsdatum

Das Verfallsdatum, auch als Verfalldatum gebräuchlich, steht in enger Verbindung mit dem Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatums, wird von Verbrauchern heutzutage sogar im Großteil der Fälle mit diesem verwechselt. Die Aufklärung hinlänglich dieser falschen Annahme ist in Zeiten, in denen Konsumenten regelrecht als Wegwerfgesellschaft gelten, mehr als wichtig.

Kurz und knapp: Das Verfallsdatum



  • Synonym zum Verbrauchsdatum

  • empfindliche Lebensmittel

  • Nach diesem Datum soll das Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden

 

Synonymie zu Verbrauchsdatum

Sehr kurze Haltbarkeit vor allem bei frischem Ost und Gemüse(Bild:Pixabay/Pezibear)

Sehr kurze Haltbarkeit vor allem bei frischem Ost und Gemüse (Bild:Pixabay/Pezibear)

Anders als von der Mehrheit der Konsumenten angenommen, ist das Verfallsdatum nicht mit dem MHD vergleichbar, schließlich ist die Genießbarkeit von Produkten mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oftmals noch gegeben. Das Datum des Verfalls von Lebensmitteln kann mit der Angabe des Verbrauchsdatums gleichgesetzt werden. Beide Haltbarkeitsdaten verweisen auf den Zeitpunkt, an dem die Verwendungsfrist für Lebensmittel abläuft, sprich der „Verfall“ eines Produktes einsetzt. In beiden Fällen darf die jeweilige Essware nicht mehr verzehrt sondern muss entsorgt werden.

 

Verfallsdatum von Arzneiprodukten

Abgelaufene Medikamente lieber entsorgen (Bild:Pixabay/Mizianitka)

Abgelaufene Medikamente lassen in Qualität und Wirkung nach (Bild:Pixabay/Mizianitka)

Im Gegensatz zum Verfallsdatum von Lebensmitteln steht die vom Hersteller aufgedruckte Laufzeit auf Arzneimittelverpackungen. Diese bezieht sich in ihrem Kontext lediglich auf den Bereich der Medizinprodukte und Arzneimittel und beschreibt das vom Hersteller festgelegte Datum, bis zu dem medizinische Mittel bei korrekter Lagerung verwendet werden dürfen.

In Deutschland regeln das Medizinproduktegesetz sowie das Arzneimittelgesetz zusätzlich, dass verschiedene Arzneimittel und -produkte

  • mit einem Aufdruck zur Verwendbarkeit nach erstmaligem Anbruch (z.B. Augentropfen)
  • mit einem Vermerk zum Verbrauchsdatum nach Herstellung (z.B. Rezepturen, wie Salben und Cremes, die in der Apotheke nach ärztlicher Anordnung hergestellt werden)

versehen werden. Nach Überschreiten der abgedruckten Zeitangabe wird davon ausgegangen, dass sich die medizinischen Mittel bezüglicher ihrer Qualität und Wirkung verändern. Sie dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in den Handel gebracht werden.

 

Aktuelle Entwicklungen zum Verfallsdatum

(Bild:Pixabay/kkolosov)

(Bild:Pixabay/kkolosov)

Ernährungsminister Christian Schmidt drängt seit März 2016 immer mehr zu einer Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf empfindlichen Nahrungsmitteln. Schon seit längerer Zeit zeigt sich der CSU-Politiker als Befürworter von „intelligenten“ Verpackungen, die durch Aufkleber mit verbauten Mikrochips den Verfallsprozess des jeweiligen Lebensmittels anzeigen. Die Verwendung des alternativen Verfalldatums soll somit die erhöhte Bereitschaft zur Lebensmittelverschwendung auf Seiten der Konsumenten eindämmen und das Müllaufkommen pro Kopf verringern.

 

Fakt ist, dass die bestehenden Richtlinien zur Etikettierung von bestimmten Lebensmitteln dringend geändert werden müssen. Bereits jetzt legt die EU Vorschriften zur Etikettierung, Aufmachung und Werbung von Lebensmitteln fest, die aussagen, dass auf bestimmten Nahrungsmitteln, unter anderem frisches Obst und Gemüse usowie auch Produkte, die dauerhaft genießbar sind, kein MHD vermerkt sein muss. Diese würde, mit Ausweitung auf lang haltbare Esswaren wie Nudeln, Reis oder Kaffee, sinnvoll für einen nachhaltig gelebten Alltag sein.

Schmidt: „Auf die Verpackungen von Milch oder Schinken soll ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären.“

Die Kennzeichnung von empfindlichen Produkten mit einer zeitlichen Angabe zum Verfall würde dem Verbraucher somit einen exakten Zeitpunkt nennen, ab dem das vorliegende Nahrungsmittel ungenießbar wäre. Ob dies zukünftig ebenso umgesetzt werden kann wie die besprochenden „intelligenten Verpackungen“ ist aktuell jedoch lediglich eine Diskussionsgrundlage.